404-Fehler einfach ignorieren? Keine gute Idee. Auch nicht einfach löschen. Sie brauchen eine gezielte Strategie, wie Sie mit verschiedenen Fehlerarten umgehen. Hier ein praxisorientierter Plan:
Wenn eine gelöschte Seite durch eine andere ersetzt wurde (z. B. ein neues Produkt, ein neuer Artikel), leiten Sie die alte URL per 301-Redirect zur passenden neuen Seite weiter. So bleibt der Linkjuice erhalten und Nutzer landen dennoch beim passenden Inhalt.
2. Fehlerseite optimieren
Wenn es keinen passenden Ersatz gibt, sollten Sie eine individuelle 404-Fehlerseite erstellen, die dem Nutzer sagt, was passiert ist – und ihm eine neue Richtung gibt. Gute 404-Seiten enthalten:
- Eine freundliche Fehlermeldung (z. B. „Ups! Diese Seite gibt es nicht mehr.“)
- Suchfeld oder Navigation
- Links zu wichtigen Seiten (Startseite, Kontakt, Kategorien)
- Humor oder Illustration für bessere UX
Technisch: Geben Sie dabei wirklich den Statuscode 404 zurück – nicht 200 oder 302. Das geht z. B. über .htaccess mit:
ErrorDocument 404 /404.php
3. Weiche 404 vermeiden
Ein „weicher 404“ tritt auf, wenn eine Seite ohne Inhalt einen 200-Statuscode liefert – obwohl sie eigentlich leer oder bedeutungslos ist. Google wertet das als Täuschung und kann das als Spam klassifizieren. Beispiel: Eine Produktseite zeigt „Dieses Produkt ist nicht verfügbar“ – aber sendet einen 200-Code. Das suggeriert Google, dass es echten Inhalt gibt – obwohl es keinen gibt. Besser: 404- oder 410-Code zurückgeben.
4. Statuscode 410 – Wenn Inhalte endgültig gelöscht sind
Während ein 404-Code sagt: „Diese Seite gibt es momentan nicht“, bedeutet der 410-Gone-Code: „Diese Seite wurde absichtlich und dauerhaft gelöscht.“ Google interpretiert diesen Code als klare Aussage des Webmasters, dass die Seite nicht mehr wiederkommt – und entfernt sie dadurch schneller aus dem Index. Wann sollten Sie 410 verwenden?
- Wenn Inhalte endgültig verschwinden und nicht ersetzt werden sollen.
- Wenn Sie Inhalte aus dem Index bewusst löschen möchten.
- Wenn keine Backlinks auf die Seite zeigen (sonst wäre ein 301 besser).
Vorteil: Google muss nicht „nachfragen“, ob die Seite wieder auftaucht. Mit 410 beschleunigen Sie die Bereinigung Ihres Indexes. Technische Umsetzung in .htaccess:
Redirect 410 /alte-seite
Oder in PHP:
<?php
header("HTTP/1.1 410 Gone");
exit();
?>
Aber Achtung: Nutzen Sie 410 nur, wenn Sie sich ganz sicher sind, dass die Seite für immer wegbleibt. Wenn es noch externe Links oder Nutzeranfragen gibt, ist eine Weiterleitung oft die bessere Lösung.